Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran

Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran

9 Min. Lesezeit

Erfahre hier alles Interessante über die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran.

Alpenüberquerung

Für jeden Outdoorfan und Bergenthusiasten ist es ein Traum, die Alpen einmal im Leben zu Fuß überquert zu haben. Geprägt von wilden Landschaften, malerischen Nationalparks und kristallklaren Bergseen, wandert man während der Alpenüberquerung durch faszinierende Bergwelten und entdeckt dabei unglaubliche Orte.

Über 10 verschiedene markierte Routen führen über die Alpen.Sie alle unterscheiden sich in ihrer Länge, den zurückzulegenden Höhenmetern, der Schwierigkeit und der Popularität. Während die eine sehr anspruchsvoll und kaum begangen ist, beeindruckt die andere durch ihre Vielfalt und die verschiedenen Menschen, die man dabei trifft. Erfahre hier alles Interessante über die Alpenüberquerung, speziell auf der bekanntesten Route, dem Fernwanderweg E5.

Die verschiedenen Routen der Alpenüberquerung

Alpenüberquerung

Die Alpen sind das höchste Gebirge in Mittel- und Südeuropa und lassen sich auf zahlreiche Routen überqueren. Neun dieser Routen gehören zu den bekanntesten Wanderungen.Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Länge und Schwierigkeit, sondern auch im Ausgangspunkt sowie dem damit verbundenen Ziel.

Das besondere dabei ist, dass man sich die nach den eigenen Vorlieben angepasste Route aussuchen kann. Während die eine von vielen Leuten begangen wird und man dabei viele gleichgesinnte Naturfreunde kennenlernt, ist die andere das genaue Gegenteil.

Die verschiedenen Routen über die Alpen

Oberstdorf nach Meran: 180km Oft begangen
München nach Venedig: 550km Oft begangen
Berchtesgaden nach Lienz: 130km Weniger oft begangen
Salzburg nach Triest: 500km Weniger oft begangen
Garmisch-Partenkirchen nach Brescia: 400km Selten begangen
Kufstein nach Verona: 440km Weniger oft begangen
Bodensee nach Gardasee: 376km Weniger oft begangen
Bayrischzell nach Belluno: 370km Selten begangen
Bodensee nach Airolo: 185km Weniger oft begangen


Über zehn unterschiedliche Routen führen über die Alpen. Die meist begangene und oft auch als die klassisch überlaufene E5 bezeichnete Route ist die Wanderung von Oberstdorf nach Meran. Da sie die populärste Route ist, stellen wir sie Ihnen in diesem Beitrag etwas genauer vor.

Von Oberstdorf nach Meran

Die Alpenüberquerung auf dem E5 nach Meran
Photo 131890733 © Stevanzz | Dreamstime.com

Die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran führt über den Fernwanderweg E5 und ist die vermutlich meist begangene Route über die Alpen. Insgesamt 180km, 19.000 Höhenmeter und eine Höhe von maximal 2.995m werden bei dieser wunderschönen Wanderung in 8 Etappen zurückgelegt. Zwar wird die Tour auch als die klassisch überlaufene Route bezeichnet, ist landschaftlich aber mindestens genau so reizend wie die anderen.

Je nachdem, wie gut Sie trainiert und körperlich fit sind, können Sie den Fernwanderweg E5 auch in weniger Etappen zurücklegen. Ebenso, wie Sie sich Ihre Unterkünfte während der Tour auch selber zusammensuchen können. Die hier aufgezeigten Etappenziele sind jedoch so aufgeteilt, dass sie von der Länge und Schwierigkeit her machbar sind und in einen klassischen „Urlaubszeitraum“ passen, können jedoch nach Belieben auch ausgetauscht werden.

Etappe 1: Oberstdorf - Kemptner Hütte

Die erste Etappe der Alpenüberquerung auf dem E5 führt in 4-5 Stunden und mit einem Höhenanstieg von 1.100m von Oberstdorf bis zur Kemptner Hütte. Diese liegt mitten in den Allgäuer Alpen auf wunderschönen Grashängen und ist von vielen 2000ern umgeben.

Etappe 2: Kemptner Hütte - Memminger Hütte

Am nächsten Tag überschreiten Sie die Grenze von Deutschland und Österreich und legen dabei eine Strecke von ca. 14 Kilometern mit einem Höhenanstieg von 1.200m in ungefähr 8 Stunden zurück. Auf dieser Etappe können Sie die Strecke von Bach bis zur Materialseilbahn der Memminger Hütte auch mit einem Bus oder Taxi zurücklegen, das die Gehzeit auf 5 Stunden reduzieren würde.

Nach dem anstrengenden Anstieg können Sie hier oben mit etwas ganz besonderem rechnen. Mit etwas Glück begegnen Sie an der Memminger Hütte Steinböcken, die sich dort vor einigen Jahren wieder angesiedelt haben.

Etappe 3: Memminger Hütte - Zams

Am dritten Tag der Tour heißt es zunächst wieder absteigen. Von der Memminger Hütte aus geht es vorbei an wunderschönen Bergseen und atemberaubenden Ausblicken in 14,5km und einem Abstieg von 1.800m in 5,5 Stunden bis nach Zams. Dort haben Sie die Möglichkeit in einem Hotelbett zu schlafen oder ein gemütliches Zimmer in einem der zahlreichen Gasthöfe zu nehmen.

Hier lässt sich der Abend dann gemütlich im kleinen Örtchen verbringen, in dem Sie ein wenig in das Leben der Einheimischen eintauchen können.

Etappe 4: Zams - Braunschweiger Hütte

Auf der vierten Etappe der Alpenüberquerung verlassen Sie die Lechtaler Alpen und steigen allmählich in 7 Stunden und 1.350 Höhenmeter in den Ötztaler Alpen bis zur Braunschweiger Hütte auf 2.758m auf. Diese Etappe ist mit die schönste der gesamten Alpenüberquerung, da sich Ihnen auf den höchsten Punkten einmalige Blicke auf die gesamte Gletscherwelt und die hohen Berge der Ötztaler Alpen bieten.

Darunter befindet sich beispielsweise auch die Wildspitze, der zweithöchste Berg Österreichs.

Etappe 5: Braunschweiger Hütte - Zwieselstein

Nachdem Sie am Tag zuvor schon einige Blicke auf die gewaltige Gletscherwelt genießen konnten, führt der Weg am fünften Tag über einen langen Zeitraum auf einer Höhe von 2.800m entlang. Dabei haben Sie fast die gesamte Zeit die Gletscherwelt der Ötztaler Alpen im Blick und können in 6 Stunden und einer Länge von 16,5 Kilometer nach Zwieselstein wandern.

Etappe 6: Zwieselstein - Moos

Nachdem Sie in Zwieselstein angekommen sind, wandern Sie immer weiter durch das wunderschöne Ötztal in 7,5 Stunden bis zur Pfandleralm, wo Sie Ihre letzte Nacht der gesamten Alpenüberquerung zu Fuß verbringen.

Etappe 7: Moos - Pfandleralm

Die Tage im Ötztal sind vorbei und Sie verlassen es in ca. 7 Stunden. Statt dem Ötztal, wandern Sie in den letzten Etappen durch das mindestens genauso schöne, aber einsamere Passeiertal bis zur Pfadleralm. Dort können Sie dann noch einmal das Hüttenleben genießen, bevor es am nächsten Tag in Richtung Meran, dem Ziel der Alpenüberquerung geht.

Etappe 8: Pfandleralm - Meran

Der letzte Tag der Alpenüberquerung zu Fuß steht an. Dabei erwarten Sie nochmal 9 bis 10 Stunden Fußmarsch sowie 1.800 Höhenmeter, die Sie bis zum wunderschönen italienischen Dorf Meran zurücklegen müssen. Wenn Ihnen diese Strecke zu lang ist oder Sie schon am Ende Ihrer Kräfte sind, können Sie auch nochmal einen Zwischenstopp in der Hirzer Hütte einlegen.

Wenn Sie jedoch schon das Ziel vor Augen haben, erreichen Sie am Nachmittag Meran, die wunderschöne Kurstadt, in der Sie mit einem mediterranen Flair belohnt werden.

Training für die Alpenüberquerung zu Fuß

Vorbereitung für die Alpenüberquerung
Photo 96132753 © Zonecreative S.r.l. | Dreamstime.com

Auch wenn die Alpenüberquerung von Oberstdorf nach Meran durch die Bezeichnung des überlaufenen Klassikers als sehr einfache Tour abgestempelt wird, sollte man sich wie auch bei jeder anderen Bergtour richtig darauf vorbereiten.

Neben einer allgemein körperlichen Fitness, die Sie von Grund aus schon mitbringen sollten, müssen Sie den Fokus bei Ihrem Training vor allem auf die Ausdauer und Kondition legen. Da Sie während der Alpenüberquerung im Hochgebirge unterwegs sind, wo auch in seltenen Fällen schonmal auf 2.800m die Höhenkrankheit eintreten kann, ist ein gezieltes Konditionstraining sehr wichtig.

Das vermutlich beste, was Sie vor der Alpenüberquerung als Training machen können, ist das Wandern selbst. Ob Sie dabei im Flachland oder im Gebirge unterwegs sind, spielt zunächst keine Rolle. Packen Sie sich Ihren Rucksack einfach mit ein paar Dingen zusammen und erkunden Sie Ihre Heimat mit etwas mehr Gewicht auf dem Rücken. Durch das regelmäßige Wandern bauen Sie eine gute Grundkondition auf und gewöhnen Ihren Körper auch an die zusätzliche Belastung.

Ideal wäre es, wenn Sie während Ihren Wanderungen viele Höhenmeter zurücklegen können. 19.000 Höhenmeter in acht Tagen sind schon eine ordentliche Hausnummer. Die steilen Anstiege erfordern einiges an Kraft und können Sie je nach Kondition auch mal aus der Fassung bringen. Wenn Sie sich im Vorfeld jedoch schon darauf vorbereitet haben, können Sie im Nachhinein selbst während den steilen Anstiegen die faszinierende Landschaft der Alpen genießen.

Was außerdem von Vorteil ist, ist, wenn Sie regelmäßige Sporteinheiten in Ihren Alltag einbauen. Gehe dafür nach der Arbeit einfach mal klettern, bouldern, schwimmen oder laufen.

Ausrüstung für die Alpenüberquerung

Auch die Ausrüstung auf einer wochenlangen Wanderung muss stimmen. Auf einer Strecke von über 180km werden Sie schon nach wenigen Stunden das Gewicht des Rucksacks spüren. Daher sollten Sie beim Packen so gut wie möglich ausmisten und jeden Gramm sparen, der es zulässt.

Was besonders wichtig bei der Ausrüstung für die Alpenüberquerung zu Fuß ist, dass Sie diese schon im Vorfeld testen und benutzen, damit Sie sich zum einen an die Gegenstände gewöhnen können, und zum anderen mögliche Fehler oder Defekte rechtzeitig auswechseln. Damit sind Sie dann nicht nur im Umgang mit den Geräten besser vertraut, sondern werden auch während der Wanderung keine bösen Überraschungen erleben.

Richig planen, um nicht zu versagen

Die Alpenüberquerung planen

Die richtige Planung ist das wichtigste bei der Alpenüberquerung. Ohne eine gezielte Planung würde nichts funktionieren. Mithilfe dieser 3 Schritte schaffen Sie es, die Alpenüberquerung zu Fuß von Oberstdorf nach Meran richtig zu durchdenken.

  1. Schreibe die wichtigsten Dinge auf. Wie verläuft die Route?, was musst du während der Tour beachten?, in welchen Hütten kannst du schlafen?, wie viele Tage wirst du unterwegs sein?, wo gibt es Notunterkünfte, in denen du zur Not biwakieren kannst? usw...
  2. Plane jeden Tag voraus. Wenn Sie die wichtigsten Fragen beantwortet haben, sollten Sie die Tage vorausplanen. Setzen Sie sich auch in den Hütten abends nochmal an den Tisch, bestellen Sie einen Almdudler und planen Sie den nächsten Tag. Wichtige Fragen, die Sie sich dabei stellen können, sind zum Beispiel: Wann stehst du morgen auf?, Um wie viel Uhr gehst du los?, Wer trägt was?, Hast du noch genug Essen, oder musst du dir morgen eine Lunchbox machen?, Wie wird das Wetter? (Wenn gerade kein Internet vorhanden ist, stehen die Hüttenwirte immer gerne zur Hilfe und geben die voraussichtliche Wettervorhersage weiter)...
  3. Die wichtigsten Dinge zuerst. Kümmern Sie sich erstmal um die wichtigsten Dinge. Fragen wie: Habe ich noch genug Speicherplatz auf meiner Kamera?, kann man sich am Ende immer noch stellen. Zuerst ist es aber wichtig, dass Sie sich einen gewissen Plan machen, um sich während der Tour auch an den Zeitplan halten zu können.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit für eine Alpenüberquerung zu Fuß?

Die beste Reisezeit für die Alpenüberquerung ist von Juni bis Ende September. Je nachdem, wie die Vorhersagen sind, kann es vor und nach dieser Zeit in höheren Lagen der Alpen schon zu Schneefällen und gefrierendem Regen kommen, die die Alpenüberquerung um einiges erschweren würden.

Wie groß muss der Rucksack für die Alpenüberquerung sein?

Der Rucksack für die Alpenüberquerung zu Fuß sollte ein Volumen von etwa 35 - 40 Liter haben. Mit dieser Größe kann man die wichtigsten Dinge mitnehmen und kommt nicht in Versuchung, unnötige kleine Gadgets mitzunehmen.

Wie viele Tage dauert die Alpenüberquerung?

Die Alpenüberquerung von Oberstdorf bis nach Meran über den E5 dauert in der Regel zwischen 8 und 10 Tagen. Je nachdem, wie fit Sie sind, brauchen Sie entweder länger oder kürzer.

Wie fit muss man für die Alpenüberquerung sein?

Eine gute Grundkondition ist für die Alpenüberquerung sehr wichtig, da man an manchen Tagen über 15km weit wandern muss. Hinzu kommen noch die steilen Anstiege und insgesamt 19.000 Höhenmeter, die zurückgelegt werden, weshalb ein Ausdauertraining wenige Wochen vorher von Vorteil ist. In den Bergen ist allerdings jeder auf sich alleine gestellt und muss selbst entscheiden können, was er sich zutraut.

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